Chronik

Die Bauhilfe Pirmasens: Ein Unternehmen mit langjähriger Tradition

1918 · Zur Bekämpfung der Wohnungsnot nach dem 1. Weltkrieg wird am 26. Januar die Bauhilfe Pirmasens G. m. b. H. gegründet. Die Stadt als Hauptgesellschafter bringt gemeinsam mit einem Dutzend Pirmasenser Unternehmen im Laufe des Jahres knapp eine Million Mark in die Gesellschaft ein. Mit diesen Finanzmitteln sollen privaten „Baulustigen“ günstige Hypotheken zur Verfügung gestellt werden.

1919 · Im März beschließt der Stadtrat die Förderung eines ersten Hausbaus mit drei Kleinwohnungen durch die Bauhilfe. Regierungspräsident von Winterstein bezeichnet bei einem Besuch im Mai die Gründung der Bauhilfe als vorbildlich, um der Wohnungsnot in der Stadt mit ihren über 30 000 Einwohnern zu begegnen. Nachdem die Bautätigkeit während des 1.Weltkriegs praktisch zum Erliegen gekommen war, wird der Bedarf in den nächsten beiden Jahren auf rund 300 neue Wohnungen geschätzt.

1925 · Die Stadt Pirmasens übernimmt im Januar die Geschäftsanteile mehrerer Gründungsmitglieder der Bauhilfe.

1931 · Über die Bauhilfe laufen rund 250 000 Reichsmark an Darlehen, die an insgesamt 51 Antragsteller gewährt wurden.

1934 · Die Bauhilfe wird als gemeinnützig anerkannt.

1937 · Die Bauhilfe tritt erstmals im größeren Umfang als Bauträger auf und errichtet 100 Wohneinheiten „Am Weißhof“ sowie 100 „Siedlerstellen“ in der Gemarkung „Am Sommerwald“.

1948 · Nach dem Krieg hat die Bauhilfe noch 86 Wohnungen im Bestand.

1949 · Über die Bauhilfe legt die Stadt Pirmasens im April das erste Wohnungsbau-Programm nach dem 2. Weltkrieg auf. Mit einem Fördervolumen von 1,2 Millionen D-Mark sollen 300 neue Mietwohnungen im Sozialen Wohnungsbau errichtet bzw. gefördert werden.

1951 · Seit der Währungsreform im Jahre 1948 hat die Bauhilfe 760 Wohnungen in Eigenregie erstellt und den Bau von 1700 weiteren Wohnungen über entsprechende Darlehen gefördert. Dafür wurden unter anderem Bausparverträge in der Größenordnung von fast 5 Millionen D-Mark abgeschlossen.

1953 · Die Bauhilfe errichtet weitere 150 „Schlichtwohnungen“ um in erster Linie Wohnraum für „Sowjetzonenflüchtlinge“ zu schaffen. Gleichzeitig wird zum Wiederaufbau der Innenstadt der private Wohnungsbau massiv gefördert. In den folgenden drei Jahren fließen über 11 Millionen D-Mark in diesen Bereich.

1954 · Die Bilanzsumme der Bauhilfe beläuft sich auf über 20 Millionen D-Mark. Die inzwischen rund 1300 Wohnungen im eigenen Besitz werden mit einem Buchwert von 11 Millionen D-Mark geführt. Als Reingewinn hat die Geschäftsführung rund 280.000 D-Mark ausgewiesen.

1957 · Die Gesellschaft gibt sich im Dezember eine neue Satzung. Neben der Geschäftsführung ist jetzt ein Aufsichtsrat tätig.

1962 · Am Fuße des Blocksberg stellt die Bauhilfe das erste 10-stöckige Hochhaus in Pirmasens fertig.

1964 · Stadtamtmann Heinrich Stucky wird Geschäftsführer der Bauhilfe. Als er 30 Jahre später aus dem Amt scheidet, ist der städtische Verwaltungsbeamte mit Abstand der dienstälteste Amtsinhaber auf diesem Posten.

1965 · Ein neues „Rekordjahr“: Die Bauhilfe errichtet 122 Wohnungen – darunter ein weiteres Hochhaus am Berliner Ring, zwei Heimstätten für kinderreiche Familien, 64 Garagen und 16 Kfz-Abstellplätze in Eigenregie.

1968 · 50 Jahre nach ihrer Gründung bewirtschaftet die Bauhilfe 2274 Wohnungen im eigenen Bestand, noch einmal die gleiche Zahl an Mietwohnung wurde im privaten Wohnungsbau gefördert. Das Anlagevermögen beläuft sich inzwischen auf 43,9 Millionen D-Mark.

1975 · Die Fertigstellung von 160 neuen Wohneinheiten an der Anton-Bruckner-Straße markiert das letzte große Neubauprojekt der Bauhilfe. Bestandssicherung und Sanierungsmaßnahmen stehen von nun an im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit.

1991 · Die Bauhilfe übernimmt 298 Wohnungen von der Stadt und geht nach Wegfall der Gemeinnützigkeit in eine wirtschaftlich selbständige, steuerpflichtige GmbH über. In der Winzler Straße werden noch einmal 12 Neubauwohnungen fertiggestellt.

1993 · Zum 75-jährigen Bestehen registriert die Bauhilfe mit gut 2 600 Wohnungen den höchsten Bestand ihrer Geschichte. Über 800 Garagen und Abstellplätze, sowie rund 50 Ladengeschäfte und Büros werden daneben verwaltet. Die Bilanzsumme beläuft sich jetzt auf knapp 80 Millionen D- Mark. Im gerade fertig gestellten neuen Geschäftssitz in der Adam-Müller-Straße, wo die Gesellschaft die ehemalige Landwirtschaftsschule für rund 5,5 Millionen D-Mark zu einem modernen Verwaltungsgebäude umgebaut hat, sind 24 fest angestellte und rund 90 nebenberufliche Mitarbeiter tätig

1994 · Klaus Jerkewitz löst Stucky in der Geschäftsführung ab. Der Kämmerer führt diese Funktion wie alle seine Vorgänger aus der Stadtverwaltung zunächst weiter im Nebenamt aus.

1995 · Mit Karl Walter Müller wird erstmals ein Dezernent Vorsitzender des Bauhilfe-Aufsichtsrats. Bisher hatten immer die Oberbürgermeister diese Position inne.

1996 · Die Bauhilfe beginnt mit der Sanierung und Modernisierung ihres Wohnungsbestands. Um rund 1.000 Wohnungen u.a. mit modernen Bädern und Heizungen auszustatten wird für die nächsten Jahre ein Gesamtaufwand von 30 Millionen D-Mark veranschlagt. Zeitgleich beginnt an der Priesterwiese und in der Johannesstraße die Privatisierung von Ein-Familien-Häusern.

1997 · Ab 1. November führt Jerkewitz die Bauhilfe als erster hauptamtlicher Geschäftsführer.

1998 · Grundstücke und Gebäude an der Kantstraße gehen im Zuge des B10-Ausbaus an den Bund.

2003 · Immobilien-Fachwirt Ralph Stegner übernimmt im April 2003 die Geschäftsführung.

2004 · Beigeordnete Helga Knerr ist als Nachfolgerin von Dr. Fritz Schäfer die erste Frau an der Spitze des Bauhilfe-Aufsichtsrats. Mit dem Abriss von 16 Häusern in der Ohmbach reduziert die Bauhilfe ihren Bestand weiter. Um den Herausforderungen eines sich immer stärker verändernden Wohnungsmarktes gerecht zu werden, soll im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes gemeinsam mit dem Diakoniezentrum in der Winzler Straße das generationenübergreifende Wohnprojekt PS:patio! entwickelt werden.

2006 · An der Lemberger Straße 70-72 wird die erste große Komplettsanierungsmaßnahme fertiggestellt. Finanziert mit Mitteln des Städtebauförderungsprogrammes „Soziale Stadt“, wird diese Maßnahme erstmals unter intensiver Beteiligung der Mieter verwirklicht.

2011 · Spatenstich PS:patio!

2013 · Wohnleben 88 wird fertiggestellt.

2015 · Beginn des Bauriegels PS:patio II.

2016 · Das erste Quartal 2016 startet mit einem vollständig überarbeiteten Auftritt: Die neue Webseite geht ans Netz, dass digitale Kundencenter bietet nun auch Service rund um die Uhr, außerdem gibt es ein neues Logo und ein frisches visuelles Erscheinungsbild. Mit der umfangreichen Überarbeitung werden wir unserem Anspruch eines modernen Wohnungsdienstleisters gerecht. Mehr lesen →

Der Wohnkomplex Berliner-Ring 12, 14, 16 und 18 erhält eine neue Wärmeerzeugungsanlage ist damit technologisch fit für die Zukunft. Realisiert wird das Projekt gemeinsam mit dem regionalen Energieunternehmen Stadtwerke Pirmasens. Mehr lesen →

In der Lern- und Spielstube Ohmbach zeigt eine Dauerausstellung den Werdegang von der Notunterkunft in einen Wohnpark. Archivarin Heike Wittmer von der Stadt Pirmasens hat tief in den Archiven gewühlt und viele fotografische Fundstücke der vergangenen Jahrzehnten zusammengetragen. Die Bauhilfe Pirmasens beteiligt sich seit Jahren aktiv an der positiven Entwicklung des Viertels.

Gemeinsam mit dem Pakt für Pirmasens führen wir seit Mai erneut das Taschengeldprojekt durch. Durch Leistungen fürs Allgemeinwohl bessern insgesamt vier Jugendliche ihr Taschengeld auf und schließen einen echten Arbeitsvertrag mit der Bauhilfe Pirmasens. Mehr lesen →